Im Hinblick auf die Generalversammlung habe ich folgende Betrachtungen zum Thema "Arbeitseinsätze" angestellt.
Alle Clubs haben ein Problem: es fallen viele Arbeiten an, die entweder Arbeitsleistungen der Mitglieder erfordern oder an Professionisten vergeben werden müssen: Stegerhaltung, Parkplätze, Hängerabstellplätze, Clubraum, Halle, Werkstatt, Zubau, das ganze Gelände vor und um das Clubhaus bis hin zu den Hecken, die die Aussicht behindern. Dann fängt aber erst die eigentliche sportliche Arbeit an, alles ehrenamtlich versteht sich: die Organisation der Trainingsgruppen, die Regatten, ganz zu schweigen von der Küche. Der ganze Clubapparat muss in Gang gehalten werden — die Mitgliederverwaltung, die Kassa, die Suche nach Subventionen, der große Bereich der Clubboote (Segel- und Motorboote), usw. usw. Die Vielfalt so eines Club ist vielen Mitgliedern gar nicht bewusst! Mit diesem, im Laufe der Jahre immer größer gewordenen Betriebsapparat und Budget könnten wir es mit so mancher Firma aufnehmen.
Die Alternative zu einem gemeinnützigen Club ist die Marina. Dort werden all diese Arbeiten an Professionisten vergeben. Dort kann man mit ruhigem Gewissen im Restaurant oder auf seinem Boot sitzen, das Rundherum geschieht von selbst. Dort zahlt man aber dafür entsprechend!
Die Diskussion ist eine alte. Unser Club besteht aus gut 150 Mitgliedern. Bei Arbeitseinsätzen sieht man eigentlich immer nur dieselben. Während andere Clubs längst ein System zur gerechteren Verteilung eingeführt haben, hat unsere Generalversammlung erst im Jahr 2008 beschlossen, dass außer den beitragenden Mitgliedern und Jugendlichen unter 16 alle Mitglieder eine Arbeitsleistung von 10 Stunden leisten müssen. Man kann sich entsprechend der eigenen Interessen und Fähigkeiten in den verschiedensten Bereichen einbringen. (Nicht jeder muss Stege bauen in der Küche abwaschen ) Und wenn jemand wirklich keine Zeit und Lust hat, sein Scherflein beizutragen, kann er sich mit 10, – ¤/Stunde "loskaufen". Man kann über den Betrag diskutieren. Ich zahle meiner Putzfrau auch so viel. Man kann natürlich auch über die Art der Dokumentation nachdenken. Nach den Aufzeichnungen des Oberbootsmannes haben so manche Mitglieder (auch beitragende, die es nicht müssten) 100 und mehr Stunden dem Club gewidmet, insgesamt 797 Stunden. In bare Münze umgerechnet heißt das ¤ 7.970,- Jetzt sagt der Kassier, ihm fehlen die restlichen 4.700,- ¤ jener 47 Mitglieder, die keine Arbeitsleistung erbracht haben, wenn er nicht wichtige Projekte wegen Geldmangels zurückstellen solle. Dann gäbe es weniger Motorboote und Trainings für die Jugend, dann könne man sich die neue Küche nicht leisten und müsse weiter mit dem alten Mobilar auskommen, das schon beim Clubhausbau vor 12 Jahren aus geschenkten, gebrauchten Kastln und Herd bestanden hat. (Derzeit ist übrigens eine kleine Gruppe mit der Renovierung beschäftigt und sammelt emsig Arbeitsstunde auf Arbeitsstunde! Ihr werdet bei der nächsten Veranstaltung staunen!) Vor diesem Hintergrund bittet also der Kassier jene, die in den nächsten Tagen einen Zahlschein bekommen, um wohlwollende Verwendung desselben - zum Gedeihen unseres Clubs.
meint der Ehrenpräsident,
der schon viele Stunden gearbeitet hat, obwohl er nicht müsste
